Baikalsee

Wie lange schon geistert mir der Baikalsee im Kopf herum, sicherlich 15 Jahre. Ursprünglich wollte ich ja mit dem Velo hinfahren, bin dann aber wegen der Kälte lieber nach Kapstadt gefahren. Jetzt bin ich am grössten Süsswasser See der Welt und komme aus dem Staunen nicht heraus. Es ist ein See der baikal sc3bcdufer3Superlative und wird auch die Perle Sibiriens genannt.  Er ist in etwa so gross wie das Land Belgien mit 31'700kmFläche. Mit 1'637 m ist er der tiefste See der Erde und mit einem Alter von über 25 Mio. Jahren auch der Älteste. Er bildet das mit Abstand grösste Süßwasserreservoir der Erde. Rund ein Fünftel des weltweit vorkommenden Süsswassers befindet sich hier, er fasst zweimal so viel Wasser wie die Ostsee und zählt zum UNESCO Naturerbe. Und er ist wunderschön, tiefblaues sauberes Wasser, umrundet von Tannenwald bei einer Uferlänge von über 2'000km. Im See leben die Baikalrobben das sind die einzigen Robben, die in einem Süßwassersee leben

Ich fahre auf die Insel Ochlon, die Insel der Schamanen. Die Insel liegt in der Mitte vom See und bietet mit ihrer Ursprünglichkeit den Kontakt zu uralten Traditionen. Ab Mitte Juni bis August soll es hier nur so wimmeln von Touristen, aber Ende Mai ist es angenehm. Mit einer Fähre geht es vom Festland rüber zur Insel von wo aus es noch 1 Stunde Fahrzeit für 35km bis zum Hauptort Chuschir ist. Aber diese Stunde hat es in sich, es ist eine nicht endende Wellblechpiste vom feinsten. Neben der Hauptpiste gibt mehrere Nebenpisten die weniger Wellblech haben, dafür IMG 8092aber manchmal extreme Schräglage. Bulli und ich sind echt gefordert, aber es macht Spass, so haben wir uns unsere Tour auch vorgestellt, zumindest teilweise. Chuschir liegt da wie im Western „High Noon“ mit Gary Cooper, staubig, einsam und verlassen, nur die Pferde fehlen. Ich treffe eine russische Reisetruppe und mache mit ihnen eine Tagestour in den Norden der Insel. Das ist nur mit Vierradantrieb möglich, vorzugsweise mit einem Lada. Jeder Fels, jede Bucht hat irgendwie für die Bevölkerung einen tieferen Sinn. Der  Schamanenfelsen in Chuschir gilt als heilige Stätte der Burjaten. Die Landschaft ist atemberaubend schön, das tiefe Azurblau des IMG 8050Sees, endlose, gelbgrüne Steppen, dunkelgrüne Walder und dazu ein strahlend weissblauer Himmel, kristallklares Wasser, einsame Sandstrände zum baden, aber nicht bei 10Grad Wassertemperatur, und nur Wasser um einen herum. Die Pisten sind abenteuerlich, aber der alte Militär Lada schafft das mühelos. Der See mit seinen 31'700kmist über den Winter total zugefroren, bis zu einem Meter dickes Eis. Dann kann man problemlos mit dem Auto zum Festland fahren. Wir stehen an den Steilklippen und stellen uns die riesige Eisfläche vor, einfach unvorstellbar. An der breitesten Stelle ist der See 67km breit. Es wird dann auch kalt hier, sehr kalt 25Grad minus Durchschnittstemperatur!!! Deswegen gibt es auch keine Wasserleitungssystem im Ort , ein Wasserwagen versorgt die Haushalte. 

Unsere Reiseführerin sagt uns auch wie die Insel in der Hochsaison ist, überlaufen von Touristen, die Infrastruktur ist nicht ausgelegt. Angeblich soll vom Staat investiert werden, man hat aber die Befürchtung, dass Olchon sich zum Ballermann von Sibirien entwickelt. Anbei ein lesenswerter Artikel aus der NZZ vom 5.1.2018. NZZ vom 5.1.2018

Es ist schwierig die Stimmung der Insel in Bilder zu fassen, einfach mal eine Reise nach Sibirien machen, es lohnt sich. Der Besuch war ein absolutes Highlight bis jetzt auf meiner Tour. Ich kann mir gut vorstellen nochmal im Winter auf die Insel zu kommen.

 Irkutsk, 30. Mai 2018

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