Norwegen

Norwegen, das Land der Wikinger, der Fjorde, des Erdöls und der Trolle; mit Edvard Munch dem Maler, Liv Ullmann der Schauspielerin und Wenke Myhre der Schlagersängerin, erwartet mich, als ich in Sandefjord mit der Fähre von Stenungsund ankomme. Leider auch Regen und tiefere Temperaturen. Das Internet sagt mir, es liegen gute 1000km und 7200 Höhenmeter vor mir. Na dann man los. Endpunkt wird Bergen sein, wo ich dann mit dem Flieger zu den Shetland Inseln fliege.

Die Erbauer der Nordseeküstentour haben es ernst gemeint mit der „Nordsee“. Die Route führt so nah als möglich an der Nordseeküste entlang. Das bedeutet viel auf und ab in kurzen Abständen.

In Sandefjord, der ehemaligen Walfangstadt, mache ich einen Tag Pause und mache mich mit den norwegischen 05 Der WalEinkaufsmöglichkeiten vertraut und besuche das Walfängermuseum. Dann geht es mit den ersten Steigungen immer weiter der Küste entlang. Jeder auch noch so kleine Fjord will umrundet werden. Das heisst je nachdem mal 50Hm hoch, 40Hm runter, oder 75Hm hoch und 77hm runter. All day long. Der höchste Punkt der Tour soll bei ca. 245 Meter liegen, aber es sind 1000Hm zu bewältigen bis man oben ist.

In Langesund einem kleinen sehr netten mit den typisch roten Häusern ausgestatteten Dörfchen komme ich die Region Telemark. Eventuell gibt es ja hier einen Zusammenhang mit der bekannten Telemark-Landung beim Skispringen oder liegt es an der Position wenn der Mann seiner Zukünftigen einen Heiratsantrag macht? Egal, ich habe es nicht rausgefunden, dafür habe ich dort meinenbesten Miesmuscheln seit langem gegessen. Die Landschaft ist wirklich grandios, Berge, Fjorde, überall rote Hütten und das Panorama dazu. So bei 40-60km pro Tag kommt man gut auf seine bis zu 800Hm täglich, das aber mit dutzenden meterweisem rauf und runter. Die südnorwegische Küste wird geprägt durch flachere Felsküsten, die von den Gletschern rundgeschliffen wurden, und ist gekennzeichnet von weissen Fischerdörfern, der Schärenküste, die die kleinen Orte vor Wind und Wetter schützt. 

Die Route ist zum grössten Teil auf Nebenstrassen oder auf Fahrradwegen neben den Hauptstrassen angelegt. Einmalig hier in Norwegen ist die Rücksichtnahme der Autofahrer auf die Velofahrer. Egal wo, der Velofahrer hat immer Vorrang, die Autofahrer halten mitunter schon 20 bis 30m vor dir, um dich über die Strasse zu lassen. Ich komme immer in Versuchung irgendwie Danke zu sagen, aber es gelingt mir nicht immer. Das Vorgehen zieht sich über die ganze Route hinweg. Auch auf die Fussgänger wird so Rücksicht genommen. Dadurch fühlt man sich unglaublich sicher und entspannt. Eine tolle Einrichtung sind in den Hafendörfern die Gästehäfen, dort gibt es Räumlichkeiten zum duschen und Wäschewaschen, WLAN inklusive. Ich nutze diese um ein Eimer Buntes zu waschen und zu trocknen. Funktioniert super und es ist immer bis um 23h offen.

In Kristiansand gelingt es mir endlich an einer mehrstündigen Bootsfahrt in die Schärenlandschaft teilzunehmen. Ich bin auf dem Schiff auch der einzige Passagier und da es Sonntag ist und auch noch Ferienzeit sind alle 28 Mitten in den SchaereninselnNorweger auf dem Wasser unterwegs oder bei ihren rotweissen Ferienhäusern die überall verstreut auf den Felsen liegen. Ich bekomme das Gefühl nicht los, dass jeder Norweger sein Boot hat, das fängt schon bei den Kindern an, die fahren so selbstverständlich mit ihrem kleinen Schlauchboot auf dem Wasser wie unsere Kinder zuhause Fahrrad fahren. Dieser Tag war ein wirkliches Highlight auf meiner Reise.

 Die hügelige Landschaft zieht sich bis Egersund, es gibt keine Flachetappe, immer rauf und runter, den ganzen Tag. Ich suche mir alle ca. 40km ein Hotel was nicht immer so einfach ist, da viele Hotels nicht mehr existieren da die Saison kurz ist und das Geschäft nicht 45 auf und abmehr rentiert. Norwegen ist halt im Vergleich zu Schweden und Dänemark doch ca. 30% teurer was Unterkunft und Essen betrifft. Ich habe für das Einzelzimmer pro Nacht inklusive Frühstück so um die 100 bis 120Euro bezahlt. Viel Ausweichmöglichkeiten wie Hostels oder B&B gibt es in Norwegen leider nicht. Ich treffe 2 Fahrradfahrer aus Deutschland welche wildcampen, was hier in Norwegen erlaubt ist. Das Wetter ist sehr wechselhaft, Wolken, kurze Zeit später Sonne, dann regnet es auf einmal, das volle Programm. Einmal wird es wirklich kritisch, bei der Fahrt nach Farsund rein, erwischt mich seitlich auf der Brücke so eine heftige Böe, dass es mich fast auf die Strasse gelegt hat. Ist aber noch mal gerade so gut gegangen. Der Schreck sass tief.

Immer entlang der Küste geht es bis nach Stavanger, dort gibt es dann in Richtung Norden die Küste entlang die richtig grossen Fjorde. Zum Beispiel der Lysefjord. Der Fjord ist ca. 40km lang und bis zu 400m tief. Er ist stellenweise sehr schmal und ist einer der steilsten Fjorde in Norwegen. Am Anfang vom Fjord ist der bekannte Preikestolen. Das ist ein 25m auf 25m grosses Felsplateau, deren Kante gute 600m senkrecht in den Fjord fällt. Das ganze natürlich ungesichert. Leider war das Wetter so schlecht, dass es sich nicht 63 da oben im Nebel ist der Preikestolengelohnt hat hochzusteigen. Dafür habe ich mit dem Schiff eine nette mehrstündige Rundfahrt im trockenen gemacht.In Stavanger entscheide ich mich die Fähre nach Bergen zu nehmen. Das Wetter ist so unbeständig und die Prognosen sind auch nicht besser plus bin ich wahrscheinlich nach 3000km und 3 Monaten auf der Strasse auch ein wenig müde.

Bergen, Weltkulturerbe, schockt mich im ersten Moment. Einfach zu viel Leute und alle hetzen und rasen hin und her. Bergen ist überrannt von Touristen und ich habe gerade bei der Ankunft so einen peak mitbekommen. Es haben 3 Kreuzfahrtschiffe angelegt, u.a. die Koningsdam mit 300m Länge und 2660 Passagieren. Die Situation entspannt sich aber ein paar 66 BergenStunden später. Ich bereite mich auf meinen Flug am Samstag (16. Juli) auf die Shetland Inseln vor. D.h. Velokarton besorgen, Verpackungsmaterial, Transport zum Flughafen, etc.. Von den Shetland Inseln geht es dann ja nur noch südwärts Richtung nach Hause, und der Heimweg ist auch ein schöner Weg.

Norwegen ist ein traumhaft schönes Land mit einer beeindruckend vielfältigen Natur und einer vielseitigen Geschichte. Ich habe nur ein Bruchteil vom Land gesehen, aber die Südküste ist unwahrscheinlich schön. Tourismus wird zwar gross geschrieben, aber trotz Hochsaison in der ich unterwegs war, ist bis auf Bergen, kein Ort überlaufen von Touristen. Die Dörfchen und Städtchen auf der Strecke pflegen ihre Werte und sind alle sehr natürlich und die Menschen leben sehr entspannt und zufrieden. Die Kommunikation ist noch besser wie in Schweden. Hier spricht aber auch jeder Englisch und das auf sehr hohem Niveau und aktzentfrei. 

So, das war`s aus Norwegen. 

Liebe Grüsse aus Bergen

Günter, 14. Juli 2016 

Norwegen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bildergalerie

  • 01 Willkommen in Norwegen
  • 02 Hafen Sandefjord
  • 03 Sandefjord die alte Walfaengerstadt
  • 04 Walfaenger Museum
  • 05 Der Wal
  • 06 hier gehts lang
  • 07 Touristinfo immer eine gute Quelle
  • 08 Willkommen in der Telemark Region
  • 09 Langesund typisch die roten und weissen Haeuser
  • 10 ein Fjord
  • 11 der Regen kommt
  • 12 das ist Norwegen
  • 13 alles klar
  • 14 Fjord bei Stathelle
  • 15 einsam durch die Waelder
  • 16 ein Bad im Brunnen
  • 17 direkt aus dem Wasser
  • 18 das wird nass in Arendal
  • 19 wieder Sonne und Wind in Arendal
  • 20 Velo Parkplatz
  • 21 frischer geht nicht
  • 22 Arendal rot weiss
  • 23 der Troll
  • 24 die Invasion in Kristiansand
  • 25 einfach schoen
  • 26 gut auf Fels gebaut
  • 27 Kinder fahren Boot anstatt Fahrrad
  • 28 Mitten in den Schaereninseln
  • 29 nicht schlecht
  • 30 Suednorwegen bei Kristiansand
  • 31 Wochenendhaeuser
  • 32 zum bleiben gebaut
  • 33 auf dem Weg
  • 35 Mandal mit seinen weissen Hauesern
  • 36 Mandal
  • 37 Lindesnes
  • 38 noch eine einsame Bucht
  • 38a Strand und Fjorf in Lyngsan
  • 39 einsame Strassen
  • 40 fr Velofahrer rechts rum
  • 41 mein naechstes Tagesziel
  • 41a weit ab vom Verkehr
  • 42 Farsund
  • 43 Farsund
  • 44 jedem Norweger sein Boot in Farsund
  • 45 auf und ab
  • 46 nur noch nass in Flekkefjord
  • 47 super Service in den Haefen
  • 48 unterwegs
  • 49 immer noch unterwegs
  • 50 mal kurz bergab
  • 51 es spiegelt sich
  • 52 fast wie zuhause
  • 53 Zwischenmahlzeit
  • 53 mal ein anderes Vehikel zum strampeln
  • 54 meine Bleibe in Egersund
  • 55 alles sehr ruhig und gelassen
  • 56 Velostaender in Egersund
  • 57 unterwegs in Egersund
  • 58 Schren in Rogaland
  • 59 rauf und runter
  • 60 da sind sie wieder
  • 61 Lysefjord bei Stavanger
  • 62 bis zu 300m hoch
  • 63 da oben im Nebel ist der Preikestolen
  • 64 Kunst am Hafen in Stavanger
  • 65 Ankunft in Bergen
  • 66 Bergen