Schweiz/Deutschland/Holland

Wie geplant, ging es am 19. April um 9:00 in Oberrieden bei 4 Grad los in Richtung Rhein. Der erste Downhill zum Zürisee, dann quer durch Zürich und auf der Velo Route 66 in Richtung Limmattal. Ein paar Kaffeestopps bei Freunden unterwegs und so langsam wurde es angenehm warm.

01 9-00 Abfahrt Oberrieden

Es war schon ein komisches Gefühl in der Magengegend, den Wohnungsschlüssel in den Briefkasten zu deponieren und wieder ein Velonomadenleben für 5-6 Monate zu führen. Jeden Tag von neuem die Strecke für den nächsten Tag zu planen, jeden Nachmittag wieder eine Unterkunft zu finden, und natürlich zu hoffen, dass das Wetter mitspielt. Leider ist der Wetterbericht mir nicht wohl gesonnen, und es kündigt sich ein Wintereinbruch an. Trotzdem sind die ersten 4 Tage vom Wetter sehr angenehm, und ich kann abends sogar draussen essen. Von Rheinfelden geht es linkerhand den Rhein entlang, durch Basel an der Fondation Beyerle vorbei bis ich dann direkt am Rhein auf dem Deich gen Norden fahre. Ein Wegweiser sagt mir, dass es noch 1015km zu meinem ersten Ziel, Rotterdam ist. Solche Angaben können entweder motivierend sein oder aber auchdemotivierend, je nach dem wie die Tagesform so ist. Bei dem aktuellem Gegenwind eher letzteres. Bis Strassburg/Kehl bin ich so gut wie der einzige Radler unterwegs. Die Route führt auf guten Fahrradwegen einsam an den Rheinauen vorbei. Viel zu sehen gibt es nicht, dafür komme ich ganz gut voran, und freue mich auf die ersten frischen badische Spargel abends.

Das Wetter schlägt um, es wird eiskalt, es hagelt und der Wind verstärkt sich. Da die Prognosen für die nächsten Tage auch schlecht sind, 12 Bye bye in Bornheim von den Enkelnentscheide ich mich in Frankfurt bei Sohn, Enkelkindern und Freunden den Wintereinbruch zu überbrücken. Danach geht es den Main entlang bis nach Mainz wo ich wieder auf die Rhein stosse. Jetzt wird auch die Kulisse interessanter, Rüdesheim, Bingen, Goar, Boppard schmiegen sich an das Rheinufer umrankt von unzähligen Burgen. Die Loreley ist natürlich auch dabei. Richtung Bonn, Köln, Düsseldorf und Duisburg ist die Szenerie von Schwerindustrie geprägt. Da diese unmittelbar am Rhein liegen, sind grössere Umfahrungen nötig. Trotz allem ist die Veloroute auf schönen ausgeschilderten Wegen  angelegt und ich habe sogar Rückenwind. Das Wetter meint es auch gut mit mir, so komme ich ganz gut voran. Im Schnitt 16 Die Loreleysind es so 70km am Tag. Da es Nebensaison ist, gibt es auch kaum Probleme eine Unterkunft zu finden. Die Strecke am Niederrhein ist wunderschön zu fahren, tolle Velowege und traumhaftes Wetter  tun dem Gemüt gut. Hier treffe ich auch die ersten Velotouristen, vollgepackt wie ich kommen sie mir von Norden entgegen, zu einem Austausch kommt es leider nicht.

Im Nu bin ich hinter Emmerich im Veloland Nummer 1 schlechthin, den Niederlande. Die Velowege sind sehr breit, gut asphaltiert oder gepflastert. Die Beschilderung ist ein Traum. Das Nummer System und eine Karte, dann kann man sich gar nicht verfahren. Dumm, dass ich noch keine Karte hatte. 3 Tage hinter der Grenze erreiche ich nach gut 900km Rotterdam. Aufgefallen ist mir, dass so gut wie alle Velofahrer hier keinen Helm tragen. Eine Ausnahme sind die Hobby Rennfahrer, die auf den Velowegen in einem Pulk von ca. 6 Fahrern wie ein D-Zug an dir vorbeirauschen. Es gibt eine kurze Warnung "Attacke" und dann reisst dich der Sog fast27 optimale Wegweiser um. Mein erstes Ziel auf meiner 8000km Tour auf der Nordsee Umrundung. Das Wetter ist sommerlich und ich bleibe einen Tag hier, um mir die City anzuschauen und diesen Bericht zu schreiben. Morgen geht es in Richtung Hoek van Holland wo ich hoffentlich auf die Nordseeküsten Tour stosse.

Mein nächstes Ziel wird Cuxhaven sein. Das sind noch gute 750km. Ich treffe dort meine Freunde Doris und Toni aus Oberursel. Wir fahren dann gemeinsam ein paar Tage zusammen in Richtung Dänemark.

Nach gut 3 Wochen unterwegs habe ich mich auch an das Nomadenleben gewöhnt, jeden Tag an einem neuen Ort, eine Unterkunft zu suchen, die Taschen in das Zimmer zu bringen, die Strampelei, und ein Lokal zu finden, so sieht mein Tagesablauf aus.  

Das war mein erster Bericht, der nächste kommt in ca. 4 Wochen, wenn ich von Dänemark nach Schweden mit der Fähre übersetze.

Liebe Grüsse aus Rotterdam

Günter

9. Mai 2016 

p.s. jetzt gehe ich noch einen Kaffee trinken...

33 Rotterdam ein guter Kaffe ist was wert 

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Hier die Bildergalerie:

  • 01 9-00 Abfahrt Oberrieden
  • 02 Kaffestopp in Thalwil bei Karin
  • 03 Kaffee Stopp Swisscom Escher Wyss Zrich
  • 04 Veloroute 66 Zrich-Baden an der Limmat
  • 05 Lunch Stopp bei dacoso in Dietikon
  • 06 Basel in Sicht
  • 07 Kultur gehrt dazu
  • 08 Endlich direkt am Rhein
  • 09 Immer gerade aus mit Gegenwind
  • 10 Rotterdam oder Badi
  • 11 kein Kommentar
  • 12 Bye bye in Bornheim von den Enkeln
  • 13 Regatta auf dem Main
  • 14 Passt Weinfest in Mainz
  • 15 Mndung vom Main in den Rhein
  • 16 Die Loreley
  • 17 natuerlich von vorne der Wind
  • 18 Endlich Wrme
  • 18 Koblenz Deutsches Eck
  • 19 Heimatgefuehle
  • 20 der Dom zu Koeln
  • 21 Deutsche Geschichte Bruecke von Remagen 1
  • 22 Deutsche Geschichte Bruecke von Remagen
  • 23 ueber den Rhein
  • 24 immer den Rhein entlang
  • 24 ueber den Rhein
  • 25 Vaddertag am Rhein
  • 26 in den Niederlanden
  • 27 optimale Wegweiser
  • 28 gehoert zu den Niederlande
  • 29 Gronichen
  • 30 erstes Ziel erreicht
  • 31 Fussball in Rotterdam
  • 32 en guete
  • 33 Rotterdam ein guter Kaffe ist was wert