Ruanda

Pays des Milles Collines wird es genannt, oder die Schweiz Afrikas mit seinen tausend Bergen.

Der Grenzübergang von Uganda nach Ruanda ist bisher der einfachste von allen, innert 15 Minuten und mit einem herzlichen Bon jour, ca va? ist alles erledigt. In Ruanda wurde primär Französisch gesprochen, Englisch verdrängt aber das Französisch. Die Vulkangebirge erstrecken sich bis auf 4500m Höhe und sehen sehr imposant aus. Damit verbunden sind auch unzählige Steigungen die kein Ende nehmen. In ganz Ruanda bin ich vielleicht ca. 700m Flachetappe gefahren. Im Nordwesten Ruandas sind auch divverse Berggorillafamilien beheimatet, wie aber schon in Uganda kostet eine Stunde zur Zeit 375 USD, ab 1. Juli 500 USD (bis zu 40 Besucher pro Tag). Ich verzichte dann lieber.

Bild RuandaFür die Kinder am Strassenrand bin ich ein Novum und sie starren einen an wie von einem anderen Stern. Gut, dass sie nicht noch kreischen sondern nur ab und zu schüchtern nach Money fragen. Da das Land dicht bevölkert ist, habe ich keine Minute alleine. Überall werde ich von den Einwohnern umringt, daran muss ich mich zuerst wieder gewöhnen. Die Strassen sind seit Ägypten das Beste was Frischluft Tour und ich gefahren sind und es wird auch wieder rechts gefahren. In der ersten Stadt Ruhengeri geniesse ich den Einfluss der belgischen Küche mit Brochette (Kebab), Frittes und frischer Mayonnaise - ein Gedicht. Ich verlange noch einen Nachschlag, der mir lächelnd serviert wird. Das Essen ist relativ preiswert aber bei den Unterkünften wird es teuer; einigermassen gute Zimmer kosten ab 12 USD aufwärts.

Genozid 1994 - ein Thema, das Ruanda in den Mittelpunkt des Weltgeschehens am 6.April 1994 gebracht hat. Auch mir sind noch die Fernsehbilder und das Nicht-Eingreifen der UN präsent. Bild RuandaIn 100 Tagen wurden von den HUTUS ca. 1Million Tutsi und moderate Hutus regelrecht abgeschlachtet und der Rest der Welt hat tatenlos zugeschaut. Never Again Plakate und viele Memorial Sites erinnern an das tragische Geschehen. Ich besuche in Kigali die Memorial Site wo das Leben vor, während und nach dem Genozid sehr bildlich und drastisch dargestellt wird. Ein beklemmender Ort, der sehr zum Nachdenken anregt. Dort sind auch Massengräber angelegt mit ca. 260 000 tausend toten Kindern, Frauen und Männern. Noch heuten werden immer wieder bei Strassenarbeiten und Hausbau neue Massengräber gefunden. Unterwegs sehe ich immer wieder in den Dörfern lokale Gerichtsverhandlungen im Freien, wo die Täter vom Dorfgericht verurteilt werden. Die Straftäter sind in Rosa gekleidet und verrichten auch Strassenarbeiten. Die Big Shots vom Genozid werden in Arusha (Tansania) verurteilt (International Criminal Tribunal for Ruanda www.ictr.org). Auf den Strassen fallen mir immer mehr Behinderte auf die Arm-, Bein- oder Kopfverletzungen haben. In Butare, der geistigen Hochburg Ruandas (Universität), wurde eine ganze Generation Studierender und Lehrkräfte ermordet (220.000 Tote in Butare). Die neue Regierung in Ruanda macht keinen ethnischen Unterschied mehr zwischen Hutus und Tutsi, sondern man ist einfach Ruander.

Bild RuandaDas Reisen ist im allgemeinen sehr angenehm, nur kommt langsam der lang ersehnte Regen. Leider sind es immer nur kurze, heftige Schauer und der total ausgetrocknete Boden kann das Wasser nicht aufnehmen. Erdrutsche und Evakuierungen sind die Folge. Wenn es nicht mehr und langsamer regnet, wird es in Ruanda im Herbst zu einer Hungersnot kommen. Wenn man das grüne Land sieht irgendwie unbegreiflich, aber die Bevölkerungsdichte und das Abholzen der kompletten Waldlandschaft tragen dazu bei. Übrigens sagt man auch zu Ruanda Bananenrepublik. Auf jedem verfügbaren Quadratmeter Boden werden Bananen angebaut. Jeder Ruander verzehrt in einer Woche 2 kg Bananen - und das bei ca. 8 Millionen Einwohnern.

Ich entscheide mich über Burundi nach Tansania zu fahren. In Kigali besuche ich die Burundische Botschaft und frage nach den Sicherheitsbestimmungen. Sofort werde ich vom 2éme Conseiller empfangen und freundlichst begrüsst. Er freut sich regelrecht und nimmt sich eine Stunde Zeit, um mir alles zu erklären, inklusive Visa-Ausstellung. Alles kein Problem.

Also, jetzt heisst es ein kleines sehr sympathisches Land zu verlassen und in das Nachbarland Burundi zu fahren, ca. 160km. Auch wenn die Berge anstrengend zu fahren sind hat es bei den netten Ruandern und dem guten Essen Spass gemacht.

Alles Gute für die Zukunft Ruanda.

Route

Die Karte unten zeigt den gefahrenen Weg. Weitere Informationen zur gefahrenen Strecke sind bei auch bei denaltTourdaten zu finden.

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