Uganda

Nach Kenia erwartet mich nun Uganda. Alles was ich über das Land weiss ist, dass Idi Amin wie ein Vandale in den siebziger Jahren gehaust hat und im Victoria Lake der Weisse Nil entspringt.

Landschaftlich gibt es zuerst keinen grossen Unterschied; auch die Strassen sind teilweise in einem sehr schlechten Zustand, was den Stundenschnitt drastisch drückt. In Jinja entscheide ich mich für eine White Water River Rafting Tour (95USD). Angeblich soll hier das schönste und anspruchvollste Gewässer der Welt sein, mehrere Klippen der Schwierigkeitsstufe 5 machen das ganze zu einem Abenteuer. Es lohnt sich wirkich - eine einmalige Landschaft und dann durch das wilde Wasser raften... Traumhaft schön. Leider soll für die Stromversorgung ein Damm gebaut werden, dann gibt es das nicht mehr. Ich bekomme mit, dass die kompletten Wasserrechte vom Lake Victoria bis nach Ägypten (ca. 5500km) den Ägyptern gehören, das heisst, die Ugander und Sudanesen sind bezüglich Wasserversorgung von den Ägyptern abhängig. Das ist auf einen Beschluss der Briten in den 50iger Jahren zurückzuführen. Es gibt tatsächlich einen Ägypter direkt an der Mündung platziert, der aufpasst, dass alles richtig läuft.

Bild UgandaUnterwegs treffe ich fast nur sehr freundliche, nette und zurückhaltende Menschen. Viele grüssen resp. winken am Strassenrand. Tagsüber sind fast alle Kinder in der Schule und nicht wie in den Ländern zuvor auf der Strasse. Sie tragen alle Schuluniformen. Uganda legt sehr viel Wert auf Bildung und die Primary und Secondary School sind umsonst. Die Kinder machen einen sehr gut erzogenen Eindruck, kein "hassle", immer ein Lächeln und ein nettes "how are you".

Die Steigungen betragen moderate maximal 8%. Es gibt auch keine Polizeikontrollen oder Strassensperren mehr. Es ist ein sehr angehnehmes Reisen, bis auf die rasenden Matatus, das sind 14plätzige Minibusse, die quer durch das Land fahren. Diese überholen einen im Milimeterabstand. Ganz schön eng manchmal.

Das Land lebt primär vom Zuckerohr- und Teeanbau. Die Ugander lieben Musik und Feiern, das heisst, abends geht es mitunter laut zu und das mit Open End.

Bild UgandaMan nennt Uganda auch die "perle Afrikas", je weiter ich nach Westen fahre, um so mehr verstehe ich warum. Die Landschaft ist hügelig und in ein sattes Grün gehüllt. In Kampala finde ich ein Shopping Center wo es einen Supermark mit Scannerkassen gibt - ich bin beindruckt. Bei der Gelegenheit schaue ich mir den Film "The last King of Scotland" (oscar prämiert) an, er handelt von dem Regime unter Idi Amin und seinem schottischen Leibarzt. Echt sehenswert. Unterwegs treffe ich Daren aus England. Er ist mit seinem Velo von England auf dem Weg nach Kapstadt. Ich habe von ihm schon in Äthiopien gehört, und dann trifft man sich 2 Länder später. Es gibt viel zu erzählen, interessanterweise sind die Erfahrungen (positive wie negative) fast identisch. Wir bleiben bis Ruanda zusammen und haben eine echt gute Zeit, auch wenn er schneller die Berge hochfährt als ich.

Das Essen besteht primär aus einem sehr guten Angebot an Früchten. Ansonsten gibt es Fleichspiesse, Hähnchen, Chapati, Matoke (Kochbananen) und Samosa. (und natürlich kaltes bier, wenn es Strom gibt).

Bild UgandaHinter Kampala überquere ich zum dritten und letzten mal auf dieser Tour den Äquator. Ich nutze die Gelegenheit und schlafe direkt auf der Null-Grad-Linie, mit den Füssen in der südlichen Hemisphäre und dem Kopf in der nördlichen und das ganze bei ca. 3% weniger körpergewicht. Ich hab' gut geschlafen...

Je weiter ich nach Westen komme, um so hügeliger wird es und leider werden die Kinder aufdringlicher: immer wieder "Mazungu mazungu, Money money". Sie sind ungepflegt (dreckig) und haben überhaupt keine Manieren.

Bild UgandaIn Kabale sieht man die herrlichen Vulkangebirge (Virunga). Sie befinden sich auf den Gebieten von Uganda, Demokratische Republic Kongo (DRC) und Ruanda und sind bis 4500m hoch. Ich (und Daren) nutzen die Gelegenheit und machen zwei freie Tage auf dem Lake Bunyonyi auf einer kleinen Insel. Eine Oase mitten im See und den Bergen. Von Kisolo aus kann man auch die Berggorillas besuchen. Eine tour kostet 375USD für eine Stunde bei den Gorillas. Ursprünglich wollte ich eine Tour machen, entscheide mich aber jetzt dagegen. Der Preis ist mir einfach zu hoch, ab Juli 2007 soll es sogar 500USD/p.h.kosten. Die Regierung will damit einen Hochpreis-Tourismus etablieren. Angeblich soll ein niedriger Prozensatz an die lokalen Gemeinden gehen, ich sehe davon aber nicht viel und die vielen Berichte über Korruption tun den Rest dazu.

Nach knapp drei Wochen ist Uganda durchquert. Es war bis dahin eines der angenehmsten Länder, gut mit dem Velo zu fahren, angenehme Leute, gute englischsprachige Verständigung und eine echt tolle Landschaft. Das erste Land in dem ich mir gesagt habe, ich komme wieder. Jetzt wartet Ruanda auf mich, ein Land was ganz oben auf meine Liste steht. Der Genozid von 1994 ist noch stark präsent. Ich spiele mit dem Gedanken durch Burundi zu fahren und würde dabei ca. 300km durch Tansania sparen. Bei meiner Abfahrt wurde davon noch abgeraten. Der burundische Botschafter in Kampale bestätigt mir aber, dass alle Rebellengruppen (primär aus dem Kongo) ein Friedenspapier unterschrieben haben und ein Individualreisen jetzt möglich ist. Endgültig werde ich das in der burundischen Botschaft in Kigali/Ruanda erfahren.

Expeditionen in Uganda und Ruanda: Expedition 

Route

Die Karte unten zeigt den gefahrenen Weg. Weitere Informationen zur gefahrenen Strecke sind bei auch bei denaltTourdaten zu finden.

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