Alaska

Reisebericht Nr. 4 Alaska

An was denkt man nicht wenn man von Alaska spricht: Bären, Gletscher, grösster US Staat, 1867 von Russland abgekauft, Elche, Natur pur, hiking, fishing, Weite und vieles mehr. Ich hatte mir vorgenommen all das zu erkunden, auszuprobieren, bzw. anzuschauen.

Hinter Dawson City beginnt der Top of the world highway, ein Highway der seinen Namen mehr als gerecht wird. Die kurvenreiche Naturstrasse schlängelt sich über der Baumgrenze von 1200m entlang einer Kammlinie mit unendlichen Ausblicken in das menschenleere Land. Der einsame Grenzübergang von Kanada in die USA ist problemlos, man hat das Gefühl hier kommen nicht viele Reisende durch. Ich bin der einzige Grenzgänger und bekomme schnell und freundlich mein 3 Monats Visum. Der erste Ort in Alaska ist der Ort Chicken. Ein Überbleibsel aus dem Goldgräberrausch, bestehend aus ein paar Häusern und einer Tankstelle, alles touristisch hergerichtet. Immerhin, das Benzin ist hier gut 1/3 Drittel billiger als in Kanada.

Über Fairbanks geht es in Richtung Denali Nationalpark. Ein „must“ für jeden Alaska Besucher. Der höchste Berg Nordamerikas der immer schneebedeckte Denali befindet sich dort mit 6.194m. Im Park gibt es die Möglichkeit bei einer Tour die Spitze des Berges zu sehen plus Bären und Karibus. Leider verlässt mich das Wetterglück und es kommt für 5 Tage eine schlechte Wetterfront. Das Strassendorf ist keine gute Alternative um 5 Tage zu warten. Ausserdem sind die Preise echt gesalzen. Ein Stellplatz für Bulli kostet 50 US$ pro Nacht! Ich fahre weiter nach Talkeetna. In dem sympathischen und authentischen Ort finde ich eine kleine Lodge wo ich auf besser Wetter warte.  Die Lodge heisst Swiss-Alaska und wurde von einem Schweizer Auswanderer aus Lachen am Zürisee aufgebaut. Der rüstige Ausser Schwyzer/Kanadier unterstützt bei Bedarf seine Kinder in der Küche. Die Rösti haben echt gut geschmeckt. Ich buche einen Flug um den Denali zu sehen, aber der verhüllt sich im Nebel, immerhin ist die Gletscherlandschaft einmalig. Zur Abwechslung mache ich noch eine Tour auf einem Quad durch den Busch.

Jetzt geht es weiter in Richtung Anchorage, was aber total überfüllt ist von anderen Touristen. Ich will auf die Kenai Halbinsel wo man Bären beim Lachs fischen beobachten kann und für Angler das beste Lachs Revier ist. Kaum auf der Halbinsel angekommen geht nichts mehr, die Strasse nach Homer ist gesperrt. Waldbrand. Mir wird erzählt, dass seit Juni gut 250.000km2 Wald brennen. Eine unwahrscheinliche Dimension. Nach ein paar Stunden dürfen wir weiterfahren und sehen links und rechts die Feuerwehrleute löschen. Immer wieder brennen die Büsche und Bäume direkt an der Strasse. Der Qualm ist unerträglich. Gut, dass in Homer kein Rauch ist, so bleibe ich dort und buche einen Flug zum Bären beobachten. Leider erfolglos. Die Fliegerei war aber toll, man landet auf einem Strand direkt am Wasser. Immerhin bekomme ich den vollen Preis zurückerstattet und das trotz 4 Stunden Fliegerei. Mehr Glück habe ich mit dem fischen. Das erste mal in meinem Leben bin ich auf einem Boot und werfe die Angel aus. Es dauert nicht lange und der erste Halibut hat angebissen. Das wiederholt sich gut 4x, ich lasse die kleinsten Exemplare wieder in ihr Revier. Ich schenke den Fang dem Guesthouse wo ich übernachte. Der Besitzer wirft abends den Grill an und die ganze Familie und ich geniessen den Halibut. 

Es geht weiter auf der Kenai Halbinsel nach Seward, dort treffe ich fast alle Touristen mit Atemschutz an. Der Qualm ist leider auch hier. Weiter in Valdez wollte ich eine Kanutour zu den Gletschern machen, aber der Dunst hat alles vernebelt. Von der schönen Gletscherlandschaft sieht man so gut wie nichts. Schade. Valdez wurde weltweit leider 1989 bekannt durch das Tankerunglück der Exxon Valdez.

Jetzt geht es langsam wieder südlich in Richtung Kanada. Vorher will ich aber noch den südlichen Teil von Alaska erkunden. Dafür muss ich 2 Tage durch Kanada fahren bis ich in Haines bin. Die Fahrt dorthin war mit einer der schönsten Abschnitte auf der ganzen Tour. Die Gletscherlandschaften direkt an der Strasse, die schneebedeckten Gipfel und das Meer bei traumhaftem Wetter sind ein Genuss pur. Von Haines geht es mit der Fähre nach Skagway wunderschön an einem Fjord gelegen. Das Städtchen wurde zumindest was die Fronten betrifft wieder so hergerichtet wie es zum Klondike Goldrush war, nur das es jetzt nur T-Shirts Shops gibt. Das macht es auch zu einem    begehrten Ziel von riesigen Kreuzfahrtschiffen deren Passagiere die Stadt dann überfluten. Hier endet auch meine Alaska Tour, es geht wieder nach Whitehorse in Kanda. Es waren gut 5.000km durch eine wunderschöne Landschaft mit viel Abwechslung. Ich muss auch nicht mehr umrechnen, von Miles in km, von Gallon in Liter, usw.. Immerhin weiss ich, dass ein 9 Unzen Steak gut 255 Gramm schwer ist. Mittlerweile wird es auch Herbst, die gelben Laubbäume sind bei blauem Himmel ein schöner Kontars zu den grünen Tannen. Leider bin ich zu früh um die Nordlichter (Aurora) zu bewundern. Ein nächstes mal.

Von Whitehorse geht es gemütlich in Richtung Vancouver Island nach Victoria wo ich Mitte September meine Schwester Karin treffe und wir unsere Tante in Victoria besuchen. Dann fahren wir zwei über die Rocky Mountains in Richtung Toronto/Hamilton wo wir unsere Cousine besuchen.

Ob ich über Südafrika nach Hause fahre habe ich noch nicht entschieden, ich habe ja noch ein paar Tage Zeit...

Liebe Grüsse aus Whitehorse

Günter

4. September 2019 

p.s. Die Tourdaten sind aktuell: Tourdaten

 

 

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