Kanada

 Reisebericht Nr. 5 von Yukon und British Columbia

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Reisebericht Nr. 3 von Manitoba, Saskatchewan, Alberta, Northwest Territories, British Columbia und Yukon

Gut 14’000km bin nun schon unterwegs und staune immer noch über die endlosen Weiten und das entspannte fahren auf den fast leeren Strassen. Die Strecke von Winnipeg zu den Northwest Territories geht tausende von Kilometern durch die Prärien von Südkanada. Unendliche Weizen- und Rapsfelder begleiten mich tagelang. Ab und zu gibt es auch Bewaldungen und ein paar Hügel. Von Abwechslung kann man da wahrlich nicht reden. Die Strassensiedlungen gleichen sich wie ein Ei. Bei der Einfahrt sieht man das gelbe M auf rotem Grund, Starbucks, Tim Hortons, KFC, Subway, Pizza Hut und so weiter. Für einen Snack und ein paar Kalorien reicht das. Gut, dass die Strassen gut beschildert sind, so finde ich manches Museum oder sonstige Sehenswürdigkeit, z. B. das älteste Postamt der Region. Alter 70 Jahre! Kurz vor Edmonton gibt es den Elk National Park, dort kann man aus unmittelbarer Nähe die dort lebenden Bisons am Strassenrand erleben. Schöne Trails und einen Strand zum baden runden einen tollen Park ab. In Edmonton mache ich 2 Tage Pause und schaue mir während eines Regentages die West Edmonton Mall an. Es ist das grösste überdachte Shoppingcenter in Nordamerika! Nach 3 Stunden flüchte ich und geniesse die Ruhe und die Exponate in der Art Gallery of Alberta.

Auf Grund einer Empfehlung entscheide ich mich auf einen Abstecher nach NWT. Dort kann man von Fort Simpson aus mit einem Wasserflugzeug in den Nahanni Nationalpark fliegen und die Virginia Falls besuchen. Aber die Reise dorthin ist lang und einsam. Von Winnipeg bis Fort Simpson sind es 3’500km durch absolute  Einsamkeit und ca. 600km gravel road. Auf der Fahrt nach Yellowknife erlebe ich dann wirklich was Einsamkeit bedeutet. Sage und schreibe auf gut 500km bin ich auf meiner Fahrbahn das einzige Fahrzeug. War es bis dahin schon ruhig ist es jetzt totenstill. Ein wenig Abwechslung bieten die am Strassenrand grasenden Bisons. In High Level komme ich durch einen Waldbrandgebiet. Zig-Kilometer ist alles verraucht und die Bäume qualmen, während in der Luft die Helikopter die Wasserlöschsäcke entleeren. Die Dimensionen sind einfach gigantisch. Yellowknife ist wahrlich nicht ein Reisemittelpunkt, es gibt es erst seit gut 70 Jahren und wurde wegen Goldfunde gegründet. Aber es gibt Supermärkte, Restaurants und ein paar alte Gebäude zum anschauen. Sowohl in Yellowknife als auch in Fort Simpson wird man mit der Realität der Ureinwohner (First Nations) auf der Strasse konfrontiert. Frauen und Männer sitzen an den Strassenecken und trinken öffentlich Alkohol. Es wird laut geredet, getorkelt und man wird immer angequatscht. Das ist für mich ein ganz anderes Bild wie ich es bis dato von Kanada wahr genommen habe. Den Mackenzie Highway und Liard Trail habe ich auf, auch wenn ich mich wiederhole, für 100derte von Kilometer auf schönster Erdstrasse für mich alleine. In 3 Tagen zähle ich auf 1’100km nur 10 Autos. Die Landschaft ist flach und ohne grosse Erlebnisse. Bis auf die unzähligen Bisons, die mitunter sogar die Strasse blockieren, aber Bulli und ich nehmen es gelassen und cruisen gelassen dahin. In Fort Nelson bin ich auf einmal mitten im Reiseverkehr. In den USA und Kanada sind noch Ferien und in Fort Nelson treffe ich auf den Alaska Highway, der wie der Namen schon sagt bis nach Fairbanks in Alaska geht, und eine Hauptreiseroute für die teilweise gigantischen Wohnmobile ist.

Auf dem Weg nach Watson Lake geniesse ich noch die herrlichen Hotsprings am Liard River, das gut 40-50Grad Wasser tut dem Körper einfach gut. Jetzt fängst es auch an bergiger zu werden, wir sind in den nördlichen Rocky Mountains und es geht ein wenig bergauf und bergab inklusive ein paar Kurven. In Watson Lake gibt es einen  Schilderpark, wo jeder Reisende ein Schild (Auto, Strasse, Stadt, etc.) an einen Pfahl nageln kann. Mittlerweile sind gut 40'000 Schilder montiert, und es werden immer mehr, leider habe ich keins von Oberrieden dabei. Jetzt bin ich schon in der Provinz Yukon angekommen. In Whitehorse am Yukon River werde ich mehrfach von Kanadiern und Amerikaner auf Bulli und meine Tour angesprochen. Manche hatten auch schon einen Bulli und es gibt viel zu erzählen. Diverse male höre ich dann ein deutsches Wort heraus, viele haben eine deutsche Vergangenheit und können noch ein wenig Deutsch, es ist dann immer eine nette Konversation. Ich treffe auch Schweizer und Deutsche die wie ich für längere Zeit mit ihrem Camper durch Nordamerika fahren. Man tauscht sich aus und hat viel zu erzählen. Es kommt sogar vor, dass man sich nach 2 Monaten wieder zufällig trifft, dann gibt es noch mehr zu erzählen. Klassische Treffpunkte sind die Camping Plätze, Touristen Informationen, Tankstellen und Supermärkte.

Der Yukon ist so gross wie Deutschland, Österreich und die Schweiz zusammen. Doch leben hier nur rund 38.000 Menschen. 28.000 davon allein in Whitehorse. Statistisch leben hier 0,08 Menschen auf einem Quadratkilometer. In der Schweiz sind es 205 Einwohner auf einen Quadratkilometer. Trotz Hauptreisezeit ist auf dem Klondike Highway nach Dawson City auf der abwechslungsreichen Route wenig los. Dawson City ist durch den Goldrausch Ende des 19. Jahrhunderts bekannt geworden. Die Geschichte vom Aufstieg und Fall ist eindrücklich im Ortsmuseum zu erfahren. Der Staat hat in den 1960er Jahren die historischen Gebäude sorgfältig restauriert oder wieder aufgebaut. Die Strassen sind nicht geteert und die Gehsteige sind aus Holzplanken. Nur die Pferde fehlen. Man kommt sich schon 100 Jahre zurück versetzt vor. Und man trifft immer wieder Reisende aus aller Welt mit denen man sich austauscht und an einen der vielen Bars einen oder zwei Drinks zu sich nimmt.

Ich bin mir fast sicher, dass Bulli zurzeit das am meisten fotografierte Auto hier ist, immer wieder sehe ich Menschen die ihn und meine Touren fotografieren, so kommt man ins Gespräch. Oft erhalte ich auch mails von anderen Reisenden die ich nie getroffen habe.

Er stand wohl bei der Planung nicht auf meiner Bucketlist, aber aufgrund vieler Empfehlungen unterwegs, entscheide ich mich den Dempster Highway zu fahren. Er geht südlich Dawson City bis nach Inuvik und seit erst 2 Jahren bin nach Tuktoyaktuk an der Beaufort See. Bis dahin war die Siedlung nur im Winter befahrbar. (Eisstrasse) Die  gut 1’800km lange Strecke (hin- und zurück) ist komplett auf Permafrost gebaut und nicht geteert. Im Informationsbüro wird man ausdrücklich auf die Schwierigkeiten der Strecke hingewiesen, mindestens 2 Ersatzreifen, genug zu Essen, kein Pannendienst, Einsamkeit, etc.. Das tönt doch gut, so richtig ein kleines Abenteuer. Ich plane hin und zurück 6 Tage ein. Fährt man Anfang noch durch Wald, folgen dann baumlose Weiten, und endlose Tundra. Der Schotter dient als Isolierung für den darunterliegenden Permafrostboden. Der Permafrostboden kann bis zu 800m dick sein. Nach gut der Hälfte überfährt man den Polarkreis, bei dem Erinnerungsfoto hatte der linke Hinterreifen dann keine Luft mehr. Geschätzte 40 Jahre nach dem letzten Reifenwechsel ist der Ersatzreifen nach gut 15 Minuten montiert. Was, wenn wir erneut einen Platten haben? 200km weiter nördlich finde ich in der Wildnis einen tire shop, leider ist Feiertag und der tire man hat frei. Der Chef erreicht ihn aber per Telefon und 1 Stunde später kann es weiter gehen. Am dritten Tag erreiche ich Tuktoyaktuk an der Beaufort See. Leider ist es so kalt, dass ich nicht ins Wasser kann, aber ich war zumindest am arktischen Ozean. Es ist nicht so einsam wie auch schon, immer wieder trifft man Reisende die die Strecke fahren. Nach 6 Tagen bin ich wieder in Dawson City und freue mich den Highway gefahren zu haben. Bulli hat ca. 50kg Mehrgewicht durch den Schlamm und freut sich als ich ihn mit einer Hochdruckpumpe davon erlöse.

Alaska ist gut gute 70km entfernt und die Gletscher rufen.

Also bis zum nächsten Bericht.

Liebe Grüsse aus Dawson City

Günter

9. August 2019

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Reisebericht Nr.2 von Labrador, Quebec, Ontario und Manitoba

Auch Labrador bleibt dem Wetter treu, kalt, regnerisch und stürmig. Sogar die Fähre von Neufundland kann 2 Tage nicht fahren. Leider sind die Prognosen nicht positiv. Gute 1’800km auf dem Trans Labrador Highway erwarten mich, davon ca. 700km ungeteert. Labrador ist so gross wie Italien hat aber nur 28'000 Einwohner. Wegen den grossen Distanzen, alle ca. 400km eine Siedlung mit Tankstelle, lege ich mir sogar einen Benzinkanister zu. Da auf der gesamten Strecke kein Mobilfunkempfang ist, stellt die Provinzregierung jedem Autofahrer kostenlos ein Satellitentelefon zu Verfügung. Meine erste Tagestour endet schon nach gut 15km. Der Wind und Regen sind so stark, dass es mich fast von der Strasse weht, also wieder zurück in das geheizte Hotel und hoffen, dass es am nächsten Tag besser wird. Zumindest der Regen lässt nach und es geht los in die endlose Weite, geprägt von Natur, Seen, Flüsse und Tundra, unendlichen Fichten- und Birkenwälder, und Moorlandschaften. 

Nach der zweiten Tagesetappe erfahre ich zufällig beim tanken, dass die Strasse 380km weiter nördlich vom starken Regen unterspült wurde und gesperrt ist. Also in das einzige Hotel im Ort, wo auch schon andere gestrandete Reisende warten. Schnell bildet sich eine Schicksalsgemeinschaft und man hängt gemeinsam im Internet um die aktuellsten Informationen zu bekommen. Die zuständigen Behörden sprechen von 7 Tagen bis eine Umfahrung gebaut wird. Für uns heisst das warten, es gibt keine alternative Route. Immerhin wird es wärmer und man kann draussen sitzen, wären da nicht die schrecklichen black flies. Die Reisenden kommen aus aller Welt sogar aus der Schweiz und Deutschland. Die Bewohner sind sehr freundlich und gesprächswillig. So erfahren wir viel über das lokale Leben, den langen und harten Winter. Die Einstellung der Fischerei (Überfischung) hat vielen die Lebensgrundlage geraubt. Ihre Kinder zieht es in Richtung Westen wo sie auf den Öl- und Gasfeldern gutes Geld verdienen. Es gibt kein Kind in Labrador was mit 12 Jahren nicht ein eigenes Ski-Doo hat, eine Genehmigung braucht es nicht, nur ein Helm zu tragen ist Pflicht. Die Seen und Buchten sind im Winter zugefroren und die Strassen haben am Rand eine extra Ski-Doo Spur. Die Wartezeit ist kurzweilig und nach 6 Tagen geht es weiter in Richtung Happy Valley Goose Bay. Dort erfahre ich nachdem die Polizei ein paar betrunkene Inuits festgenommen hat, dass die Inuits in einem Reservat ca. 30km weit weg leben, und von der Regierung pro Jahr 10'000 CAD ohne Auflagen bekommen, nur das sie im Reservat wohnen müssen. Schwierige Situation.

Die Gravel roads sind vom feinsten, einen jungen Bären sehe ich auch noch unterwegs. So eintönig die Strecke auch ist, langweilig wird es uns nicht, wir schieben Easy Rider und manch anderen Oldie in den CD Schacht und lassen es bei 70km/h einfach rollen. So geht es 4 Tage lang bis wir Baie-Comeau am St.Lorenzstrom erreichen. Es war eine tolle Route trotz Warterei und Einsamkeit. Im Winter (Oktober bis April) muss es hier auch einmalig schön sein. Vielleicht ein anders mal mit einer mehrtägigen Ski-Doo Tour.

Auf dem Weg nach Quebec mache ich meinen 3. Versuch mit einer Waltour. Diesmal mit grossem Erfolg, bis zum grossen Finwal sehen wir noch ca. 4 andere Walsorten. Es zieht mich nach Quebec wo ich bei Volkswagen mit Bulli einen Spitaltermin habe. Nach 1.5 Tagen hat Bulli ein paar Neuteile implantiert bekommen und ist bereit für neue Taten. Quebec ist frankophon und das merken wir gleich beim Autoverkehr, es wird gehetzt, gehupt, dicht aufgefahren, riskant überholt, etc.. Bulli bleibt auf dem Parkplatz und ich erkunde die Altstadt per Fuss. Zuallererst entdecke ich einen Lebensmittelladen mit frischem Baquette, Fromage und Jambon. Welch ein Genuss! Das Chateau Frontenac thront hoch über dem Lorenzstrom und ist Mittelpunkt aller touristischen Aktivitäten. Die unzähligen kleinen Restaurants verwöhnen den Gaumen nachhaltig. Ein paar Tage nicht on the road zu sein tut gut, trotzdem freuen wir uns wenn es die Tage weiter geht. Immer wiede bekomme ich von vorbeifahrenden den Daumen hoch gezeigt, oft heisst es auch: I love your Van begleitet mit einem „have a safe trip“. 

Bei schönstem Sommerwetter geht es auf dem Trans-Canada Highway durch die Prärie gemütlich in Richtung Lake Superior. Unendliche Weizenfelder, ebene Weideflächen, eine hügelige Landschaft mit Waldbeständen lassen es nicht langweilig werden. Der See ist nach dem Kaspischen Meer das zweitgrösste Binnengewässer der Erde und nur der Baikalsee ist tiefer und vom Volumen her grösser, welch ein Zufall, dass ich innerhalb von 12 Monaten alle drei Seen gesehen habe. Zufälligerweise finde ich eine Unterkunft direkt am See, welche von einem Österreicher aus Salzburg gegründet wurde und deutsche und österreichische Küche anbietet. Ich lasse es mir inkl. Lagerfeuer abends gutgehen. Unterwegs sehe ich immer wieder Bauern die wie vor 150 Jahren ihr Feld bewirtschaften, das Pferd zieht den Pflug dahinter der Bauer traditionell gekleidet. In Ontario und Manitoba gibt es eine grosse Gemeinschaft der Mennoniten. In Steinbach kann man das Mennonite Village Museum, eine Rekonstruktion eines Mennonitendorfes um 1900 besuchen.

Auf dem Highway nach Winnipeg sehe ich auf meiner Fahrspur für ca. 450km geschätzte 12 Autos. Man stelle sich das auf der Autobahn von Zürich nach Frankfurt vor. In Winnipeg lege ich eine Pause ein und besuche das Canadian Museum for Human Rights. Es ist nicht nur architektonisch einzigartig, sondern zeigt auch die Geschichte der Menschenrechte interaktiv und spannend.

Jetzt geht es weiter in Richtung Nordwesten ca. 7'500km durch die Provinzen Saskatchewan, Alberta, Northern Territories, British Columbia und Yukon bis ich in Alaska bin.

Für Statistik Fans habe ich die Tourdaten upgedatet und hinterlegt. Tourdaten

Liebe Grüsse aus Winnipeg

Günter

14. Juli  2019 

 

 

 

 

 

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Reisebericht Nr. 1 von Nova Scotia, Neufundland und Labrador

Seit gut 5 Wochen befinde ich mich nun in Kanadas maritimem Osten. Habe Nova Scotia und Neufundland ausführlich bereist, eine tolle Landschaft gesehen und sehr nette Menschen aus aller Welt getroffen. Das Wetter spielt wohl nicht so mit, aber in 4 Wochen ca. 4 Tage Sonne ist auch nicht schlecht. Zumindest ist Bulli wasserdicht.

Nachdem ich Bulli in Halifax im Hafen abgeholt habe, er hatte Tränen vor Freude in den Scheinwerfern, ging es im Uhrzeigersinn die Küste entlang. Die Planung ist relativ einfach, man muss nur in eines der Tourist Center gehen und wird dort sehr freundlich und kompetent beraten. Unterlagen inkl. Strassenkarten gibt es umsonst. Alle Sehenswürdigkeiten sind auf den relativ guten Strassen beschildert und gut zu finden. Nach dem 10. Leuchtturm hatte ich aber genug rotweisse Türme gesehen. Kurz hinter Halifax befindet sich die Absturzstelle der SR 111 von 1998 bei der alle Insassen ums Leben kamen. Bizarre Landschaften und Findlinge begleiten einen tagelang. Überall gibt es kleine Ortsmuseen die von der Vergangenheit erzählen, insbesondere vom Fischfang und das harte Leben der Fischer damals. Es ist Lobstersaison und überall stehen die Kisten mit denen sie gefangen werden am Strassenrand.                  

Überall wo ich anhalte sind wir der Mittelpunkt. Menschen stehen am Seitenfenster wo meine Tour abgebildet ist und staunen. Am meisten sind es Kanadier, die zum grössten Teil ihr Land noch nicht so bereist haben wie wir jetzt. Sie sind sehr freundlich und als Abschied heisst es: have a safe trip. Die ersten Einladungen habe ich auch schon, nach Winnipeg, Südafrika, Vancouver, Yukon, etc.. Mal schauen ob ich das alles schaffe. Im Osten gehe ich auf meine erste Walbeobachtungstour, leider erfolglos, aber es hat trotzdem viel Spass gemacht mit dem Zodiac (grosses Schlauchboot) ein paar Stunden auf dem Meer zu verbringen. Mittlerweile bekomme ich auch mit, dass es bei fast allen Einrichtungen wie Museen, Nationalparks etc. einen Seniorenrabatt gibt. Die Infrastruktur ist erstklassig, gute Strassen, ausreichend Tankstellen, immer wieder ein Cafe oder Fastfood Restaurant lassen entspannt reisen. Der Verkehr ist so gut wie nicht vorhanden, so wenig Autos habe ich noch nirgendwo gesehen, und die Kanadier fahren extrem rücksichtsvoll und halten sich an die Verkehrsschilder. So lässt es sich entspannt reisen. Die Supermärkte sind einfach nur riesig gross und bieten alles was man so braucht. Aus den Liquerstores kommt man meistens mit einer braunen Papiertasche.

Nach dem Lighthouse Trail geht es den Evangeline Trail zum Glooscap Trail wo man bei Burntcoat den bis zu 16m Pegelunterschied zwischen Ebbe und Flut beobachten kann. Auf dem südlichen Marine Drive geht es die einsame aber beeindruckende Küstenstrasse in Richtung Cape Breton Island. Es ist noch keine Saison und bei dem Wetter übernachte ich öfters in einem B&B oder Motel wo ich oft der einzige Gast bin. In Cape Breton ist es merklich hügeliger und das ist insbesondere beim abfahren des Carbot Trails eine Wucht, nur sieht man manchmal wenig, da Regen und die tiefliegenden Wolken die Sicht versperren. Auch in Cape Breton geht es so gut wie möglich die Küste entlang bis zum Fortress de Louisbourg. Unterwegs kann man noch in Glennville die einzige Single-Malt Whisky Brennerei besichtigen, inkl. probieren. In Louisbourg hat man die französische Festung aus dem 18. Jahrhundert rekonstruiert und wieder aufgebaut. Von North Sydney geht es dann mit der Fähre (7 Stunden) in die Provinz Neufundland.

Das erste was ich dort lerne ist, dass man nicht Newfoundland ausspricht wie man es schreibt, sondern man spricht es Newfuunland aus. Es hat einige Tage gedauert bis ich mich daran gewöhnt hatte. Neufundland ist sicherlich nicht so ein Reiseziel wie Nova Scotia, trotzdem treffe ich dort die ersten Schweizer mit ihrem Wohnmobil. Das Land ist sehr hügelig, riesige Waldgebiete, Seen, Flüssen und Sumpfgebieten. Auch hier gibt es wieder diverse Leuchttürme zu besichtigen. Durch das Landesinnere geht es nach St. John’s, der ersten grösseren Stadt nach Halifax. Leider meint es das Wetter immer weniger gut und es regnet und regnet und ist echt kalt. Die Menschen hier stört die Kälte anscheinend nicht so, bei gut 10Grad tragen sie kurze Hosen, Flip Flops und T-Shirt. Ich laufe rum wie ein Michelinmännchen. Dafür ist St. John’s gut aufgestellt, was Pubs, Bars und Restaurants betrifft, so kommt keine Langeweile auf. Ich probiere auch das Iceberg Beer. Es wird aus ca. 25000 Jahre alten Eisbergen gebraut. Auf der Halbinsel Bonavista gibt es den obligatorischen Leuchtturm zu besichtigen.  In Elliston kann man tausende von Puffins (Papageientaucher) beobachten. Weiter geht es nach Twillinggate, der Hauptstadt der Eisberge. Hier kann ich nach 2 Tagen Warterei (schlechtes Wetter) eine Eisbergtour buchen, und sie wird ein toller Erfolg. Wir sehen einen riesigen Eisberg mit 40 Meter Höhe, 9/10 davon befinden sich unter Wasser. Er kommt von Grönland und ist ungefähr 15000 Jahre alt. Er treibt seit Monaten mit ca. 7 Kilometer pro Monat südwärts. Mit dem Zodiac kommen wir auch recht gut an den Eisberg ran.

Über das wellige Mittelland geht es an die Westküste bis nach St. Barbe. Immer wieder gibt es linkerhand ausgeschilderte Aussichtspunkte auf die Küste und das Meer, leider ist die Sicht so schlecht, dass es kaum lohnt anzuhalten. In St. Barbe nehme ich die Fähre nach Labrador (90 Minuten) und komme in L’Anse-au-Clair an. Dort sitze ich jetzt fest und schreibe den Blog. Ich kann nicht weiterfahren, der Wind und Regen ist so stark, dass es mich bei einem Versuch fast von der Strasse geweht hat. Vielleicht geht es morgen weiter. Dann geht es den Labrador Highway 1710km bis nach Baie-Comeau  in der Provinz Quebec. Auf der Strecke gibt es ca. alle 300km eine Tankstelle und einen Shop. Sie führt durch menschenleere Gegenden, mit nichts als Natur, wie Wald, Tundra, Seen und Flüsse. Da auf der Strecke grösstenteils kein Mobilempfang ist, stellt die Provinzverwaltung den Fahrern kostenlos ein Satellitentelefon zur Verfügung. Danach geht es nach Quebec, Ontario, Manitoba, Saskatchewan, Alberta, Yukon nach Alaska. A long way to go.

Ich halte euch auf dem Laufenden

Liebe Grüsse aus L’Anse-au-Clair/Labrador

Günter

 

Die Route in Nova Scotia         Die Route in Neufundland

               

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